Büchsenlicht und Nachtzeit — was ist der Unterschied?

Büchsenlicht ist eine Konvention, keine Rechtsnorm: gemeint ist das praktisch nutzbare Schießlicht, meist genähert über die bürgerliche Dämmerung, also Sonne sechs Grad unter dem Horizont. Die Nachtzeit dagegen steht im Gesetz — § 19 Abs. 1 Nr. 4 BJagdG zieht sie von eineinhalb Stunden nach Sonnenuntergang bis eineinhalb Stunden vor Sonnenaufgang.

Was ist Büchsenlicht?

Büchsenlicht meint das Licht, bei dem sich Wild sicher ansprechen und sauber schießen lässt. Es ist eine Konvention der Jagdpraxis, keine Rechtsnorm. Kein Gesetz legt dafür einen Wert fest.

Üblich ist die Näherung über die bürgerliche Dämmerung. Sie endet abends, wenn die Sonne sechs Grad unter dem Horizont steht, und beginnt morgens, wenn dieser Stand wieder erreicht ist. Diese Grenze lässt sich für jeden Tag und jeden Ort ausrechnen — genau deshalb hat sie sich als Rechengröße durchgesetzt.

Die Rechnung liefert eine Orientierung, kein Versprechen. Wie hell es tatsächlich im Bestand ist, hängt von Faktoren ab, die keine Formel kennt:

  • Bewölkung, Hochnebel und Niederschlag
  • Schneelage sowie heller oder dunkler Hintergrund
  • Bestandsdichte, Kronenschluss und Blattstand
  • Mondstand und Mondphase
  • Zieloptik und die eigenen Augen

Was regelt die Nachtzeit nach dem Bundesjagdgesetz?

Die Nachtzeit ist Recht, keine Konvention. § 19 Abs. 1 Nr. 4 BJagdG bestimmt sie als die Zeit von eineinhalb Stunden nach Sonnenuntergang bis eineinhalb Stunden vor Sonnenaufgang. In dieser Zeit ruht die Jagd auf die meisten Wildarten.

Es gibt Ausnahmen, Schwarzwild ist die bekannteste. Welche Wildarten und welche Bedingungen im Einzelnen gelten, steht im Landesrecht — und die Länder regeln das unterschiedlich. Auch Vorgaben zu künstlichen Lichtquellen und Nachtzieltechnik sind Ländersache.

Anknüpfungspunkt sind Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. Beide verschieben sich mit Datum und Ort, die Nachtzeit also ebenfalls. Eine feste Uhrzeit im Kopf funktioniert nicht.

Warum werden Büchsenlicht und Nachtzeit verwechselt?

Weil beide Fenster am Sonnenstand hängen — aber an unterschiedlichen Punkten. Das Büchsenlicht endet abends mit der bürgerlichen Dämmerung, die Nachtzeit beginnt erst eineinhalb Stunden nach Sonnenuntergang. In Deutschland liegt das Ende des Büchsenlichts damit in aller Regel vor dem Beginn der Nachtzeit.

Daraus folgt ein Fenster, das viele überrascht: Es ist bereits zu dunkel zum sicheren Ansprechen, obwohl die Nachtzeit noch gar nicht begonnen hat. Morgens läuft es umgekehrt — die Nachtzeit ist vorbei, bevor genug Licht da ist.

Die Kurzform: Das Büchsenlicht sagt dir, ob du schießen kannst. Die Nachtzeit sagt dir, ob du zu dieser Stunde überhaupt jagen darfst. Beide Fragen musst du getrennt beantworten, die eine ersetzt die andere nicht.

Was gilt in deinem Bundesland?

Das Bundesjagdgesetz setzt den Rahmen, die Länder füllen ihn aus. Abweichungen betreffen unter anderem Ausnahmen von der Nachtzeitregel, die Jagd- und Schonzeiten einzelner Wildarten und den Umgang mit Nachtzieltechnik. Die Zeiten je Bundesland führen wir mit Quellenangabe in der Übersicht Jagdzeiten und Schonzeiten.

Dieser Ratgeber ordnet ein und ist keine Rechtsberatung. Verbindlich ist immer die geltende Fassung des Landesrechts. Bei Zweifeln fragst du am besten bei der unteren Jagdbehörde oder beim Landesjagdverband nach.

Wie zeigt HUNTRA beides an?

HUNTRA rechnet beides für den Standort deines Reviers und weist es getrennt aus: das Büchsenlicht als Näherung über die bürgerliche Dämmerung, die Nachtzeit nach § 19 Abs. 1 Nr. 4 BJagdG als eigene Angabe. Dazu kommen Sonnen- und Mondzeiten, Mondphasen und Solunardaten.

Im Zusammenhang steht das im Jagdwetter. Die tagesaktuellen Zeiten findest du unter Büchsenlicht, die Mondphasen im Mondkalender.

Häufige Fragen

Ist Büchsenlicht gesetzlich festgelegt?

Nein. Büchsenlicht ist eine Konvention der Jagdpraxis, keine Rechtsnorm. Übliche Näherung ist die bürgerliche Dämmerung, also der Zeitraum, in dem die Sonne weniger als sechs Grad unter dem Horizont steht. Rechtlich verbindlich ist allein die Nachtzeit nach § 19 Abs. 1 Nr. 4 BJagdG.

Wann beginnt und endet die Nachtzeit?

Sie beginnt eineinhalb Stunden nach Sonnenuntergang und endet eineinhalb Stunden vor Sonnenaufgang. Weil sich Sonnenuntergang und Sonnenaufgang mit Datum und Ort verschieben, verschiebt sich die Nachtzeit täglich mit.

Ruht während der Nachtzeit die Jagd auf alles Wild?

Nein. Sie ruht auf die meisten Wildarten, es gibt aber Ausnahmen, unter anderem Schwarzwild. Die Einzelheiten regelt das Landesrecht, und es unterscheidet sich zwischen den Bundesländern. Das ist keine Rechtsberatung — im Zweifel bei der zuständigen Behörde nachfragen.

Ist Büchsenlicht dasselbe wie die bürgerliche Dämmerung?

Nicht ganz. Die bürgerliche Dämmerung ist die übliche Näherung, weil sie sich exakt berechnen lässt. Das tatsächlich nutzbare Licht kann bei Nebel, dichtem Bestand oder dunklem Hintergrund deutlich kürzer ausfallen.

Warum unterscheidet sich das Büchsenlicht von Revier zu Revier?

Weil der Sonnenstand von geografischer Länge und Breite abhängt. Zwischen Ost und West verschiebt sich die Uhrzeit, zwischen Nord und Süd zusätzlich die Länge der Dämmerung über das Jahr. Deshalb rechnet HUNTRA mit dem Standort deines Reviers, nicht mit einem Landesmittel.

Beide Zeiten fürs eigene Revier

In HUNTRA stehen Büchsenlicht und Nachtzeit für deinen Revierstandort nebeneinander — dazu Wind, Mond und Solunar. Leg einen Account an und beantrage deinen Demo-Zugang.

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